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Die 10a ‚stolpert‘ - aktive Friedensarbeit im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts

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Eigentlich ist ‚stolpern‘ ja etwas, was man im alltäglichen Leben und auch in der Schule vermeiden möchte. Am letzten Freitag vor den Osterferien war es aber gerade Ziel eines Unterrichtsganges im Rahmen der Fächer Ev. Religion und Geschichte, dass die Schüler der Klasse 10a auf die sogenannten ‚Stolpersteine‘ in Bünde aufmerksam gemacht werden sollten. Lehrerin Regina Hellmeier organsierte gemeinsam mit Lehrkraft Heiner Benken die Veranstaltung im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts..

Diese Stolpersteine wurden über mehrere Jahre im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Zusammenarbeit mit der Netzwerkgruppe in Bünde verlegt. Mit ihnen soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Bünde lebten und wirkten.

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Die Führung übernahm dankenswerterweise eine ehemalige Kollegin der Realschule Bünde-Nord, Frau Sigrid Höpker, zusammen mit Frau Josse (ehemals Whitelaw) und Lennart Lagmöller, einem ehemaligen Schüler des Gymnasiums am Markt. Alle sind Mitglieder der Netzwerkgruppe, die sich mit der Geschichte der Bünder Juden beschäftigt und dazu beigetragen hat, dass diese nicht in Vergessenheit gerät.

Somit erfuhren die Schüler auf ihrem Rundgang etwas über die Geschichten und Schicksale zum Beispiel der Familien Rosenberg, Löwenstein, Levinson, Spanier und Spiegel. Manch ein Schüler entdeckte sicherlich auch zum ersten Mal die Tafel im unteren Bereich der Eschstraße, die an den ehemaligen Standort der jüdischen Synagoge in Bünde erinnert.

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Auf dem Weg stellte man auch fest, dass einige Steine durch die Witterung nur noch sehr schlecht zu lesen waren, sodass einige Schüler spontan zu Putzzeug griffen, um die Steine wieder für alle sichtbar zu machen.

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Der Rundgang endete am jüdischen Mahnmal an der Marktstraße, das 1988 auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger Bündes errichtet wurde, die der Massenvernichtung des Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Geschichte konnte an diesem Morgen einmal ortsnah erlebt werden, und die Schüler wurden dafür sensibilisiert, wie wichtig es ist, solche Geschehnisse nicht zu vergessen und nachkommende Generationen immer wieder dafür die Augen zu öffnen.

(HEL)