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„Von der Kunst, einen Kaktus zu umarmen“, so betitelte der beliebte Bildungsreferent Harald Meves seinen äußerst amüsanten Elterninformationsabend. Fast 100 Eltern, Lehrkräfte und viele Gäste aus anderen Schulen waren der Einladung des Fördervereins und der Schulleitung gefolgt und hörten „dem verziehenden Vater eines Einzelkindes“ gespannt zu, wie er geschickt Anekdoten aus seiner eigenen Erlebniswelt als „spätgebärender Vater eines Pubertierenden“ mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Pädagogik, Neurobiologie und Psychologie verknüpfte.  

 

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„Pubertät ist wie die Trotzphase eines Zweijährigen – nur mit mehr Text“, so Meves, der selbst in der Stätte der Begegnung (Institut für Bildung und Kommunikation) in Vlotho tätig ist und damit beruflich viel mit Jugendlichen zu tun hat.

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Dass er sehr erfolgreich mit kabarettistischen Programmen in unserer Region auftritt, bemerkten alle Zuhörer gleich zu Beginn, als er wohl die Musterlösungen für oft schier unerträgliche Auseinandersetzungen mit Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren formulierte: „Ruhig bleiben, es geht vorbei“ oder auch „Pubertät muss man als Eltern aushalten“.

In der kostenlosen Veranstaltung, dessen Finanzierung durch den Förderverein abgedeckt wurde, musste sich so Mancher den Bauch vor Lachen halten, um doch gleich danach wieder mit der wissenschaftlichen Theorie „der Abnabelungstheorie“ konfrontiert zu werden. „Der Widerstand der Pubertierenden den Eltern gegenüber ist als notwendige Abgrenzung während der Identitäts- und Selbstfindung zu begreifen“, so Meves beim Themenfeld Fallen in der Erziehung. Dabei ging er auch kritisch mit Eltern ins Gericht, die ihre Kinder mit einem zu stark ausgeprägtem „mütterlichen Prinzip“ überbehüten und so indirekt für so manchen Konflikt in der Schule mitverantwortlich zeichnen: „Man kann Kinder auch mit zu viel Verständnis erschlagen“.

Alle Eltern lernten, dass es entscheidend ist, ruhig zu bleiben, auch wenn Andere (also die Kinder) schreien: „Kinder haben Spaß daran, uns auf die Palme zu bringen. Gefühlausbrüche sollten wir als verantwortliche Vorbilder vermeiden“. Sie erhielten weiterhin gute Tipps, um erzieherische „Haltungen“ gegenüber den Pubertierenden aufzubauen, die helfen, sie dann „erfolgreich auszuwildern“.

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„Erwachsen werden müssen die Kinder dann wohl doch alleine“, äußerte die Fördervereinsvorsitzende Meike Stühmeyer-Freese (Erste von links), welche bei der Verabschiedung voll des Lobes über die gelungene Veranstaltung und Herrn Meves war. Besonders gefreut hat sich das Vorstandsteam des Fördervereins über die große Resonanz in der schuleigenen Elternschaft sowie über die zahlreichen Eltern anderer Schulen aus Bünde, Rödinghausen und Kirchlengern. Der Weg hat sich gelohnt, denn Herrn Meves ist es gelungen, dieses nicht immer leichte Thema amüsant zu verpacken.

Schulleiter Guido Broziewski Blomenkamp (rechts hinten), selbst Vater zweier Söhne in der beginnenden und auslaufenden Pubertät äußerte abschließend: „Das von den Elternvertretern auf einer Schulkonferenz vorgeschlagene Thema brennt anscheinend unter den Nägeln. Ich hoffe, dass wir mit dem Vortrag vielleicht etwas zum besseren Klima in den Familien und zu mehr Verständnis beigetragen haben“.

(BRO)