#everynamecounts: Wenn aus Daten wieder Menschen werden
Geschichte ist kein verstaubtes Buch im Regal – sie ist die Summe unzähliger Einzelschicksale. Um diese Schicksale vor dem Vergessen zu bewahren, haben mehrere Klassen unserer Schule anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2026 ein beeindruckendes Projekt umgesetzt: die Teilnahme an der „#everynamecounts“-Challenge der Arolsen Archives.

Ziel dieses gemeinschaftlichen Projekts ist die Digitalisierung von 58.000 Akten über NS-Verfolgte. Doch warum ist diese Arbeit so bedeutsam, wenngleich das wohl schlimmste Ereignis der Menschheitsgeschichte schon so lange her ist? Die Nationalsozialisten versuchten nicht nur, Menschen zu vernichten, sondern auch, deren Identität und Erinnerung komplett auszulöschen. Indem unsere Schülerinnen und Schüler Namen, Geburtsdaten und Herkunftsorte aus historischen Dokumenten in digitale Datenbanken übertragen, geben sie den Opfern ihre Namen und damit ein Stück Würde zurück. Es ist ein aktiver Prozess des Widerstands gegen das Vergessen.

(Auf den Fotos sind Schüler der Klasse 9c zu sehen!)
Dieses digitale Engagement ermöglichte einen völlig neuen Zugang zur Historie: Weg von abstrakten Statistiken, hin zur echten, greifbaren Erfahrung. Wenn man plötzlich das Originaldokument eines damals Gleichaltrigen vor sich sieht, rückt die Geschichte beängstigend nah. Das Projekt fördert so nicht nur die Medienkompetenz, sondern vor allem die Empathie.

Als zertifizierte „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist dieses Engagement fest in unserem Leitbild verankert. Wir blicken nicht nur zurück, um zu gedenken, sondern um aktiv Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. Ein starkes Zeichen unserer Schulgemeinschaft für Menschlichkeit und gegen jede Form von Diskriminierung.
(Text und Fotos: USL/Gestaltung: MUL)






